Microsoft Power Automate mit Informix integrieren: Der Low-Code-Weg zur Automatisierung

Microsoft Power Automate mit Informix integrieren: Der Low-Code-Weg zur Automatisierung

Microsoft Power Automate mit Informix integrieren: Der Low-Code-Weg zur Automatisierung

In der modernen Unternehmenslandschaft stehen IT-Abteilungen vor einer gewaltigen Herausforderung: Sie müssen bewährte Legacy-Systeme wie IBM Informix mit modernen Cloud-Anwendungen und agilen Geschäftsprozessen verknüpfen. Während Informix seit Jahrzehnten als Inbegriff für Zuverlässigkeit und Performance bei transaktionalen Datenbanken gilt, bietet Microsoft Power Automate die Flexibilität, Prozesse ohne tiefgreifende Programmierung zu automatisieren. Diese Brücke zwischen der „alten Welt“ der relationalen Hochleistungsdatenbanken und der „neuen Welt“ der Low-Code-Automatisierung ist der Schlüssel zur digitalen Transformation. In diesem umfassenden Guide erfahren Sie, wie Sie diese beiden Welten effizient vereinen, um manuelle Datenübertragungen zu eliminieren und Echtzeit-Workflows zu etablieren.

Detailed image of a server rack with glowing lights in a modern data center.
Foto: panumas nikhomkhai

1. Einleitung: Power Automate für Informix-Nutzer

Die Entscheidung für IBM Informix fiel in vielen Unternehmen aufgrund der extrem hohen Verfügbarkeit und der Fähigkeit, massiv parallele Transaktionen zu verarbeiten. Doch oft bleiben diese wertvollen Daten in Silos gefangen. Hier setzt Microsoft Power Automate an. Als Teil der Microsoft Power Platform ermöglicht es das Tool, Workflows zwischen Apps und Diensten zu erstellen, um Dateien zu synchronisieren, Benachrichtigungen zu erhalten und Daten zu sammeln. Für Informix-Nutzer bedeutet dies konkret: Sie können Datenbankereignisse nutzen, um Aktionen in Microsoft 365, Salesforce oder Dynamics 365 auszulösen, ohne eine einzige Zeile C# oder Java-Code schreiben zu müssen.

Die Relevanz dieser Integration wird durch den allgemeinen Markttrend unterstrichen. Laut einer Prognose von Gartner wächst der Markt für Low-Code-Technologien rasant, da Unternehmen nach Wegen suchen, die IT-Entwicklung zu demokratisieren. Wenn Sie Informix in diesen Ökosystem-Ansatz einbinden, machen Sie Ihre Daten „flüssig“. Stellen Sie sich vor, ein neuer Datensatz in einer Informix-Tabelle für Lagerbestände löst automatisch eine Genehmigungs-E-Mail in Outlook aus oder aktualisiert ein Dashboard in Power BI. Dies reduziert nicht nur die Fehlerquote durch manuelle Eingaben, sondern beschleunigt die Reaktionszeit des gesamten Unternehmens erheblich.

Ein weiterer entscheidender Vorteil ist die Skalierbarkeit. Während klassische Middleware-Projekte oft Monate dauern und hohe Budgets verschlingen, lassen sich mit Power Automate erste Prototypen (Minimum Viable Products) innerhalb von Stunden realisieren. Dies ist besonders wertvoll für Fachabteilungen, die schnell auf Marktveränderungen reagieren müssen. Die Integration nutzt standardisierte Konnektoren und Gateways, die sicherstellen, dass die Sicherheitsprotokolle Ihrer Informix-Instanz gewahrt bleiben, während die Daten für moderne Cloud-Szenarien nutzbar gemacht werden.

„Die Kombination aus der robusten Datenhaltung von Informix und der agilen Prozesssteuerung von Power Automate bildet das Rückgrat für eine moderne, datengetriebene Unternehmenskultur.“

Bevor wir jedoch in die Erstellung der Flows eintauchen, müssen wir die technische Basis schaffen. Eine saubere Integration beginnt nicht in der Cloud, sondern bei der stabilen Verbindung zu Ihrem On-Premises-Server. Im nächsten Abschnitt betrachten wir daher die essenziellen Voraussetzungen.

2. Voraussetzungen und Setup

Um eine Brücke zwischen Microsoft Power Automate und einer IBM Informix-Datenbank zu schlagen, sind einige spezifische Komponenten erforderlich. Da Informix in der Regel hinter einer Firmen-Firewall auf On-Premises-Servern oder in einer privaten Cloud läuft, kann Power Automate nicht direkt darauf zugreifen. Die wichtigste Komponente in diesem Szenario ist das On-Premises Data Gateway. Dieses fungiert als sicherer Tunnel, der Anfragen aus der Microsoft Cloud entgegennimmt und an den lokalen Informix-Server weiterleitet.

Hier ist eine detaillierte Checkliste für Ihr Setup:

  • Informix Client SDK: Auf dem Rechner, auf dem das Gateway installiert ist, müssen die IBM Informix Client-Treiber (CSDK) installiert sein. Dies ist notwendig, damit das Gateway über OLE DB oder ODBC mit der Datenbank kommunizieren kann.
  • DRDA-Unterstützung: Stellen Sie sicher, dass Ihre Informix-Instanz (Version 11.70 oder höher empfohlen) für DRDA (Distributed Relational Database Architecture) konfiguriert ist. Power Automate nutzt oft den Microsoft-Konnektor für Informix, der auf diesem Protokoll basiert.
  • Netzwerkkonfiguration: Der Port für DRDA (standardmäßig meist 9088 oder 9089) muss in der lokalen Firewall für das Gateway-System freigeschaltet sein.
  • Lizenzierung: Sie benötigen einen Power Automate „Per User“- oder „Per Flow“-Plan, der den Zugriff auf Premium-Konnektoren erlaubt, da Datenbank-Verbindungen in der Regel als Premium eingestuft werden.
Infografik

Nachdem das Gateway installiert ist, müssen Sie es im Power Platform Admin Center registrieren. Dort verknüpfen Sie das physische Gateway mit Ihrem Azure-Mandanten. Achten Sie darauf, dass das Gateway-Konto über ausreichende Leseberechtigungen (und bei Bedarf Schreibberechtigungen) auf der Informix-Datenbank verfügt. Es ist Best Practice, einen dedizierten Service-Account für diese Integration anzulegen, um die Aktivitäten im Audit-Log von Informix klar trennen zu können.

Ein häufiger Stolperstein ist die Zeichensatz-Konfiguration. Informix nutzt oft spezifische Locales (z.B. de_de.8859-1). Stellen Sie sicher, dass die Verbindungseinstellungen im Gateway und im Power Automate Konnektor mit den Codepages der Datenbank übereinstimmen, um kryptische Sonderzeichen in Ihren automatisierten E-Mails oder Berichten zu vermeiden.

Experten-Tipp für das Setup

Verwenden Sie immer die 64-Bit-Version des On-Premises Data Gateways und der Informix-Treiber. Da Power Automate in der Cloud auf modernen Architekturen läuft, vermeidet die durchgängige 64-Bit-Kette Kompatibilitätsprobleme und bietet eine deutlich bessere Performance bei großen Datenmengen.

Sobald die Verbindung steht, können wir mit der eigentlichen Magie beginnen: dem Erstellen der ersten automatisierten Abläufe.

3. Erste RPA-Flows erstellen

Der Einstieg in die Automatisierung mit Informix erfolgt meist über einfache „Scheduled Flows“ oder „Automated Flows“. Ein klassisches Einstiegsszenario ist das tägliche Reporting. Anstatt dass ein Mitarbeiter jeden Morgen manuell SQL-Abfragen ausführt und die Ergebnisse in Excel kopiert, übernimmt Power Automate diesen Prozess vollständig. Dank der graphischen Benutzeroberfläche können Sie Logikbausteine einfach per Drag-and-Drop anordnen.

Autonomous delivery robots on a sidewalk during daytime, showcasing modern technology.
Foto: Kindel Media

Um Ihren ersten Flow zu erstellen, wählen Sie in Power Automate den Informix-Konnektor aus. Sie haben hier drei primäre Interaktionsmöglichkeiten:

  1. Get Rows: Hiermit rufen Sie Datensätze aus einer Tabelle ab. Sie können Filter-Queries (OData-Style oder direktes SQL) verwenden, um nur die relevanten Daten zu laden.
  2. Insert/Update/Delete: Diese Aktionen ermöglichen es Ihnen, Daten zurück in die Informix-Datenbank zu schreiben, beispielsweise wenn eine Genehmigung in Teams erfolgt ist.
  3. Execute a SQL Query: Dies ist die mächtigste Option für Informix-Experten. Sie können komplexe Joins und Stored Procedures direkt über den Konnektor ausführen.

Ein praktisches Beispiel: Ein „Automated Flow“, der getriggert wird, wenn in einer Informix-Tabelle für Kundenbeschwerden ein neuer Eintrag erscheint. Der Flow liest die Details aus, nutzt die „AI Builder“-Komponente von Microsoft, um die Stimmung (Sentiment) der Beschwerde zu analysieren, und sendet bei einer sehr negativen Stimmung sofort eine Push-Benachrichtigung an den Kundenservice-Leiter. Dies zeigt, wie man Informix-Daten mit modernen KI-Diensten veredeln kann.

Ein wichtiger Aspekt bei RPA (Robotic Process Automation) ist die Fehlerbehandlung. In Power Automate können Sie „Configure Run After“-Einstellungen nutzen. Das bedeutet: Falls die Verbindung zur Informix-Datenbank einmal fehlschlägt (z.B. wegen Wartungsarbeiten), kann der Flow eine Benachrichtigung an die IT senden oder es nach 10 Minuten erneut versuchen. Dies macht Ihre Automatisierung robust und zuverlässig.

Wichtiger Hinweis zur Performance

Vermeiden Sie es, „Get Rows“ auf Tabellen mit Millionen von Datensätzen ohne Filter anzuwenden. Nutzen Sie stattdessen immer die „Top Count“-Eigenschaft oder präzise SQL-Where-Klauseln. Laut Microsoft-Dokumentation zu Limits gibt es Durchsatzbeschränkungen für Konnektoren, die bei ineffizienten Abfragen schnell erreicht werden können.

Nachdem die ersten einfachen Flows laufen, ist es an der Zeit, die Integration auf die nächste Stufe zu heben und Informix in komplexe Multi-App-Workflows einzubinden.

4. Fortgeschrittene Integrationen

Fortgeschrittene Integrationen gehen über den einfachen Datenaustausch hinaus. Hier sprechen wir von bidirektionaler Synchronisation, dem Einsatz von Webhooks und der Einbindung von benutzerdefinierten APIs. Wenn Ihr Informix-System beispielsweise Teil einer komplexen ERP-Landschaft ist, möchten Sie vielleicht, dass Änderungen in Informix sofort in SAP oder Salesforce reflektiert werden.

Modern data center corridor with server racks and computer equipment. Ideal for technology and IT concepts.
Foto: Brett Sayles

Ein leistungsfähiges Muster ist die Verwendung von Stored Procedures in Informix. Anstatt komplexe Logik in Power Automate nachzubauen, lassen Sie Informix das tun, was es am besten kann: Datenmanipulation auf Serverebene. Power Automate ruft lediglich die Prozedur auf und verarbeitet das Ergebnis (Output-Parameter oder Result-Set). Dies schont die Bandbreite des Gateways und erhöht die Sicherheit, da die Geschäftslogik in der Datenbank gekapselt bleibt.

Ein weiteres Szenario ist die Integration von Azure Functions. Wenn Sie Daten aus Informix transformieren müssen, was über die Standard-Funktionen von Power Automate (Data Operations) hinausgeht, können Sie einen kleinen C#- oder Python-Schnipsel in Azure Functions schreiben. Power Automate sendet die Informix-Daten an die Funktion, diese berechnet komplexe Modelle und sendet das Ergebnis zurück in den Flow. Dies ist besonders nützlich für wissenschaftliche Berechnungen oder komplexe String-Manipulationen.

Hier ist ein Vergleich der Integrationsansätze:

Methode Vorteil Anwendungsfall
Direkter Konnektor Einfach & Schnell Einfache CRUD-Operationen
Stored Procedures Hohe Performance Komplexe Geschäftslogik
Custom API / Data Gateway Maximale Kontrolle Legacy-Systeme ohne DRDA

Zudem sollten Sie über „Change Data Capture“ (CDC) nachdenken. Da der Standard-Informix-Konnektor in Power Automate keinen nativen „When a record is created“-Trigger für alle Versionen bietet, können Sie eine Hilfstabelle in Informix nutzen. Ein Trigger auf der Haupttabelle schreibt Änderungen in diese Hilfstabelle, und Power Automate pollt diese Tabelle alle paar Minuten. Dies ist eine bewährte Methode, um Informix-Events in die Cloud zu streamen.

Praktischer Rat für Fortgeschrittene

Nutzen Sie „Environment Variables“ in Power Automate für Ihre Verbindungszeichenfolgen und Datenbanknamen. Wenn Sie Ihre Flows von einer Test- in eine Produktionsumgebung verschieben, müssen Sie so nicht jeden einzelnen Schritt manuell anpassen, was das Fehlerrisiko bei der Skalierung drastisch senkt.

Sobald die Integration technisch ausgereift ist, müssen wir uns darauf konzentrieren, wie wir diese Lösungen stabil und performant für das gesamte Unternehmen bereitstellen.

5. Optimierung und Skalierung

Ein einzelner Flow, der einmal am Tag läuft, ist leicht zu managen. Was aber, wenn Ihr Unternehmen Hunderte von Automatisierungen benötigt, die Tausende von Transaktionen pro Stunde auf der Informix-Datenbank ausführen? Hier rücken Optimierung und Skalierung in den Fokus. Ohne eine saubere Governance-Strategie riskieren Sie eine Überlastung Ihres Datenbankservers oder explodierende Lizenzkosten in der Cloud.

Der erste Schritt zur Optimierung ist das Concurrency Management. In den Einstellungen eines Flows können Sie festlegen, wie viele Instanzen gleichzeitig laufen dürfen. Bei schreibenden Zugriffen auf Informix ist es oft ratsam, die Parallelität zu begrenzen, um Sperrkonflikte (Locks) in der Datenbank zu vermeiden. Informix ist zwar exzellent im Handling von Sperren, aber unkontrollierte Cloud-Workflows können dennoch zu „Long Transactions“ führen, die das System verlangsamen.

Ein weiterer Hebel ist die Daten-Pagination. Wenn Sie große Mengen an Daten aus Informix exportieren (z.B. für ein Power BI Dashboard), sollten Sie Pagination im Konnektor aktivieren. Dies ermöglicht es Power Automate, Daten in handlichen Paketen (z.B. jeweils 5000 Zeilen) abzurufen, anstatt den Arbeitsspeicher des Gateways mit einem riesigen Result-Set zu sprengen.

Für die Skalierung ist zudem die Gateway-Cluster-Bildung essenziell. Anstatt nur ein On-Premises Data Gateway zu betreiben, sollten Sie zwei oder mehr Server zu einem Cluster zusammenschließen. Dies bietet zwei Vorteile:

  • Hochverfügbarkeit: Fällt ein Server aus, übernehmen die anderen Mitglieder des Clusters die Last.
  • Lastverteilung: Anfragen werden gleichmäßig auf die Gateway-Instanzen verteilt, was die Latenzzeit für die Endnutzer verringert.

Monitoring ist das A und O. Nutzen Sie die Power Platform Admin Analytics, um zu sehen, welche Flows die meisten Ressourcen verbrauchen. Kombinieren Sie dies mit dem Informix-eigenen Monitoring-Tool `onstat`, um die Last auf der Datenbankseite zu korrelieren. Wenn Sie Spitzenlasten feststellen, können Sie Flows zeitlich entzerren (z.B. einige um 2:00 Uhr morgens, andere um 4:00 Uhr).

Experten-Tipp zur Skalierung

Nutzen Sie „Child Flows“. Wenn Sie eine komplexe Logik haben, die auf Informix-Daten basiert, teilen Sie diese in einen Haupt-Flow und mehrere Unter-Flows auf. Dies verbessert nicht nur die Übersichtlichkeit, sondern ermöglicht es Power Automate auch, Ressourcen effizienter zuzuweisen und Fehler isolierter zu behandeln.

Um die Theorie greifbarer zu machen, schauen wir uns nun einige konkrete Anwendungsfälle an, die in der Praxis oft umgesetzt werden.

6. Praktische Beispiele und Vorlagen

Die Theorie der Integration ist wichtig, aber der wahre Wert zeigt sich in der praktischen Anwendung. Viele Unternehmen nutzen Informix für geschäftskritische Daten wie Bestandsführung, Finanztransaktionen oder Patientenakten. In diesem Abschnitt betrachten wir drei konkrete Szenarien, die zeigen, wie Power Automate den Arbeitsalltag revolutionieren kann.

Group of diverse professionals celebrating achievement in office setting with enthusiasm.
Foto: Yan Krukau

Szenario A: Automatisierte Rechnungsfreigabe

Ein produzierendes Unternehmen speichert alle eingehenden Rechnungen in einer Informix-Datenbank. Früher mussten Buchhalter die Datenbank manuell prüfen und E-Mails zur Freigabe schreiben.
Der neue Flow: Ein geplanter Workflow prüft alle 30 Minuten auf neue Einträge mit dem Status „Pending“. Er extrahiert den Betrag und den Kreditor. Wenn der Betrag > 5.000 € ist, wird eine „Approval“-Anfrage an den Finanzdirektor via Microsoft Teams gesendet. Bei Beträgen darunter erfolgt die Freigabe automatisch. Das Ergebnis der Entscheidung wird direkt in die Informix-Tabelle zurückgeschrieben (Status „Approved“ oder „Rejected“).

Szenario B: Echtzeit-Lagerwarnungen

In der Logistik zählt jede Sekunde. Ein Informix-System verwaltet die Lagerbestände.
Der neue Flow: Sobald ein Bestand unter einen kritischen Schwellenwert fällt (ermittelt durch einen Trigger-Flow auf der Bestands-Tabelle), löst Power Automate eine Kette von Aktionen aus:
1. Eine Bestellung wird automatisch als Entwurf in Dynamics 365 Business Central angelegt.
2. Der zuständige Einkäufer erhält eine Benachrichtigung auf sein Smartphone.
3. Ein Eintrag im SharePoint-Logbuch wird erstellt, um die automatische Nachbestellung zu dokumentieren.

Szenario C: Kundendaten-Synchronisation

Oft existieren Kundendaten sowohl in einem alten Informix-CRM als auch in modernen Marketing-Tools wie Mailchimp.
Der neue Flow: Jedes Mal, wenn die Adresse oder E-Mail eines Kunden in Informix aktualisiert wird, sorgt Power Automate dafür, dass diese Änderung innerhalb von Sekunden in der Mailchimp-Abonnentenliste reflektiert wird. Dies verhindert Dubletten und stellt sicher, dass Marketing-Kampagnen immer die aktuellsten Daten nutzen.

Vorlage für einen SQL-Abfrage-Flow:
SELECT customer_name, total_sales FROM orders WHERE order_date > '2023-01-01' AND status = 'Closed'
Nutzen Sie dieses Ergebnis in einer „Create HTML Table“-Aktion, um wöchentliche Sales-Reports per E-Mail zu versenden.

Diese Beispiele zeigen: Die Grenze ist nicht die Technik, sondern die Kreativität der Prozesse. Dennoch treten in der Praxis oft Hürden auf, die wir im folgenden FAQ-Bereich klären.

7. FAQ – Häufige Power Automate-Probleme

Bei der Arbeit mit Power Automate und Informix stoßen Administratoren und Entwickler gelegentlich auf technische Hürden. Hier sind die am häufigsten gestellten Fragen und deren Lösungen, basierend auf Community-Erfahrungen und technischem Support.

Flat lay of scrabble tiles spelling 'FAQ' with toy hands on a blue background, creating a conceptual image.
Foto: Ann H

Warum schlägt die Verbindung zum Gateway fehl, obwohl der Server läuft?

Dies liegt oft an einer fehlerhaften Konfiguration der SQLHOSTS-Datei auf dem Gateway-Server oder an einer fehlenden Umgebungsvariable `INFORMIXDIR`. Das Gateway muss wissen, wo die Informix-Bibliotheken liegen. Prüfen Sie zudem, ob der Dienst „On-premises data gateway“ unter einem Konto läuft, das Zugriff auf die Netzwerkressourcen hat.

Wie gehe ich mit Datumsformaten um?

Informix und die Microsoft Cloud haben oft unterschiedliche Vorstellungen von Datumsformaten (z.B. YYYY-MM-DD vs. DD.MM.YYYY). Nutzen Sie in Power Automate die Funktion `formatDateTime()`, um Daten aus Informix in ein ISO-8601-Format zu bringen, bevor Sie sie in anderen Apps verwenden. Beim Schreiben in Informix hilft oft die SQL-Funktion `TO_DATE`, um sicherzustellen, dass die Datenbank das Format korrekt interpretiert.

Gibt es Limits für die Datenmenge pro Flow?

Ja, Power Automate hat nach Angaben von Microsoft bestimmte Beschränkungen für die Nachrichtengröße (oft 100 MB). Wenn Sie Millionen von Datensätzen übertragen wollen, ist Power Automate eventuell nicht das richtige Werkzeug für den Massentransport. Hier sollten Sie eher auf Azure Data Factory oder klassische ETL-Tools setzen. Power Automate ist für prozessgesteuerte Einzeltransaktionen oder kleinere Batches optimiert.

Unterstützt Power Automate Informix-Stored-Procedures mit mehreren Result-Sets?

Aktuell ist die Unterstützung für multiple Result-Sets in vielen Standard-Konnektoren eingeschränkt. Meist wird nur das erste Result-Set verarbeitet. Wenn Sie mehrere Datensätze benötigen, empfiehlt es sich, diese in eine temporäre Tabelle zu schreiben und diese dann nacheinander abzurufen oder die Prozedur so umzugestalten, dass sie ein kombiniertes JSON-Objekt zurückgibt.

Experten-Tipp zum Troubleshooting

Nutzen Sie das „Run History“-Feature von Power Automate intensiv. Sie können dort genau sehen, welche Daten an Informix gesendet wurden und welche Fehlermeldung der SQL-Server zurückgegeben hat. Oft enthalten diese Meldungen spezifische Informix-Fehlercodes (wie -214 oder -239), die Sie in der IBM-Dokumentation nachschlagen können, um das Problem präzise zu identifizieren.

Nachdem wir die technischen Hürden gemeistert haben, fassen wir die wichtigsten Erkenntnisse zusammen.

8. Fazit: Automatisierung meistern

Die Integration von Microsoft Power Automate mit IBM Informix ist weit mehr als nur eine technische Spielerei. Es ist eine strategische Entscheidung, um den Wert Ihrer bestehenden Dateninfrastruktur zu maximieren. Durch den Low-Code-Ansatz brechen Sie Datensilos auf und ermöglichen es Fachabteilungen, ihre eigenen Prozesse zu optimieren, ohne die IT-Abteilung mit jeder kleinen Änderung zu belasten. Informix liefert dabei die nötige Stabilität und Performance im Backend, während Power Automate für die Agilität im Frontend sorgt.

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Foto: RDNE Stock project

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Erfolg einer solchen Integration auf drei Säulen ruht:

  • Eine solide Basis: Ein korrekt konfiguriertes On-Premises Data Gateway und eine optimierte Netzwerkanbindung sind unverzichtbar.
  • Smarte Workflows: Nutzen Sie Stored Procedures und Filter-Queries, um die Performance hoch und die Cloud-Last niedrig zu halten.
  • Kontinuierliches Monitoring: Behalten Sie sowohl die Cloud-Flows als auch die lokale Datenbank im Auge, um Engpässe frühzeitig zu erkennen.

In einer Welt, in der die Ausgaben für Unternehmenssoftware laut Statista stetig steigen, ist die effiziente Verknüpfung vorhandener Systeme ein echter Wettbewerbsvorteil. Unternehmen, die es schaffen, ihre „Deep Data“ aus Informix in „Actionable Insights“ in der Microsoft Cloud zu verwandeln, werden schneller entscheiden und effizienter agieren können.

Fangen Sie klein an: Identifizieren Sie einen manuellen Prozess, der täglich Zeit frisst, und bauen Sie Ihren ersten Flow. Die Lernkurve ist steil, aber die Belohnung – ein nahtlos automatisiertes Unternehmen – ist den Aufwand allemal wert. Die Zukunft der IT ist hybrid, und mit der Kombination aus Informix und Power Automate sind Sie bestens dafür aufgestellt.

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